Firmengeschichte

Seit dem Oktober 1881 wird in Negenharrie, an der Dorfstraße 42, das Fleischerhandwerk ausgeübt. Damals erteilte der königliche Kirchspielvoigt im Bordesholm dem Fleischermeister August Reese die Genehmigung.

August Reese richtete ein Schlachthaus ein und schlachtete hauptsächlich Rinder, Kälber und Schafe. Schweine wurden zur damaligen Zeit bei der dörflichen Bevölkerung direkt am Haus geschlachtet. Sie versorgten sich somit selbst mit Schweinefleisch, Wurst, Speck und Schinken.

August Reese fuhr mit der Bahn nach Husum zum Ochsenmarkt. Er kaufte ca. 30 Rinder und trieb Sie mit zwei Männern in Etappen zu Fuß nach Negenharrie. Dort wurden die Fleischrinder nach und nach geschlachtet. Seine Kunden waren die Landwirte, Dorfbewohner und auch Güter wie Bothkamp und Bokhorst, welche Großküchen unterhielten und in der Ernte bis zu 200 Erntehelfer verpflegten.

Sein Sohn Heinrich Reese hatte inzwischen in Neumünster das ehrwürdige Schlachterhandwerk gelernt. Um sich beruflich fortzubilden, ging er im Anschluss auf Wanderschaft.

Ab 1918 leitete Heinrich Reese den Familienbetrieb und begann den Betrieb zu vergrößern. Moderne Fleischereimaschinen wurden gekauft, und die ländliche Bevölkerung konnte nun auch mit Pferd und Wagen versorgt werden. Felder wurden gekauft und als Futter- und Getreidefläche genutzt.

Helene Havemeister aus Prasdorf heiratete 1921 Heinrich Reese. Gemeinsam bauten sie den Betrieb weiter aus. Die Ehe blieb kinderlos, und so bemühte sich Heinrich Reese um einen Nachfolger. Diesen fand er im jüngsten Sohn seines Schwagers aus Kleinharrie. Werner Einfeld fing 1941, mit 16 Jahren, die Lehre zum Fleischer in Neumünster an. 1942 wurde er dann in den Militärdienst berufen und kam in Gefangenschaft. Nachdem er wieder in seine Heimat zurückgekehrt war, konnte er im Betrieb seines Onkels in Negenharrie seine Lehre beenden.

Werner Einfeld hat im Dezember 1952 seine Frau Anneliese, geb. Rehder, aus Gnutz geheiratet und zur gleichen Zeit seine Meisterprüfung bestanden. Im Jahr 1954 hat er dann den Betrieb übernommen.

Mit den Jahren der harten Arbeit vergrößerte sich der Betrieb und durch die gute Qualität der Fleisch- und Wurstprodukte wurde das Familienunternehmen immer bekannter. Der Kundenstamm wuchs. Die beiden Kinder von Werner und Anneliese blieben dem Berufsstand treu. Rita hatte Fleischereifachverkäuferin gelernt und Heinrich den Beruf des Fleischers. Ende der Siebziger machte Heinrich seine Meisterprüfung. Rita Solterbeck, geb. Einfeld, heiratete den Landwirt Karl-Heinz und blieb dem Betrieb als Verkäuferin weiterhin treu.

Ab 1982 läuft der Betrieb unter dem Namen Fleischerei W. Einfeld & Sohn GbR.

Zusammen mit seinem Vater Werner und seiner Frau Carmen, geb. Eggers, arbeitete Heinrich Einfeld an der betrieblichen Vergrößerung. Durch die immer neuen Richtlinien für das Handwerk entschloss man sich 1989 den alten Betrieb abzureißen und einen Betrieb nach den damals neuesten Bestimmungen aufzubauen. Der gesamte Bau umfasste einen Schlachtviehstall, ein separates Schlachthaus, einen Rinder- und Schweinekühlraum, einen Pökelraum, einen Gefrierraum, einen Zerlege- und Produktionsraum sowie Büro- und Sozialräume für Mitarbeiter. In den folgenden Jahren wurde die Räucherei und der Laden modernisiert und vergrößert.

Beide Kinder von Heinrich und Carmen Einfeld haben von klein auf gespürt, dass die Arbeit im Fleischerhandwerk kreativ und vielseitig ist und schlugen den gleichen Weg wie Ihre Vorfahren ein.

Sina Einfeld absolvierte ihre Ausbildung zur Fleischerin in einer Kieler Fleischerei und Matthias im elterlichen Betrieb. Beide haben sich dann weitergebildet. 2006 hat Matthias seine Meisterprüfung bestanden und war damals der jüngste Fleischermeister von Schleswig-Holstein mit 19 Jahren. Nach einigen Jahren im Beruf, absolvierte Matthias einen Kurs zum Betriebswirt im Handwerk, den er 2011 erfolgreich abschloss.

Nach Ihrer Gesellenprüfung 2007 fing Sina 2008 eine zwei jährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Lebensmitteltechniker an dem Lebensmittelinstitut KIN in Neumünster an. Diese bestand sie im 0ktober 2010 mit Erfolg.

 

Nun arbeiten beide wieder im elterlichen Betrieb. Zusammen mit ihren Eltern und Großvater arbeiten sie Hand in Hand, um den Familienbetrieb an die neuen Anforderungen anzupassen.

So wurde 2009/2010 eine modernes, nach neusten EU- Richtlinien gefordertes Schlachthaus mit modernen Einrichtung gebaut. Kühlräume wurden vergrößert, neue Sozialräume, Hygieneschleusen und eine separate Verladestation entstanden ebenfalls.

Seit 1881 arbeitet dieser Familienbetrieb traditionsbewusst nach handwerklicher Art und Weise und hat sich immer wieder den Herausforderungen der Zeit gestellt, sodass es immer eine Zukunft gab. So möchte es auch die nächste Generation halten.

Fleischerei W. Einfeld & Sohn OHG
Dorfstraße 42
24625 Negenharrie
Tel.: 04322 9717
info@fleischerei-einfeld.de

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag:
7.30 – 12.30 Uhr und 15.00 – 18.00 Uhr
Freitag: durchgehend von 7.30 – 18.00 Uhr
Samstag: 7.30 – 12.30 Uhr

Fleischerei Einfeld